Mein Portrait – Björn Knauff

Die Geschichte, wie ich zum Fliegen gekommen bin, ist vielleicht nicht so typisch wie es bei vielen der Fall ist. In meiner Familie hat eigentlich keiner wirklich etwas mit der manntragenden Fliegerei zu tun. Doch einen großen Beitrag zu meiner Begeisterung daran hat mein Vater geleistet. Schon im Kleinkindalter stand ich auf einer Wiese und hab ihm beim Modellfliegen zugeschaut. Sobald ich alt genug war, hab ich natürlich auch selbst damit begonnen und fleißig das Fliegen aus der Ferne gelernt.

Da wir nur wenige Kilometer weit weg vom Flugplatz in Stade wohnten, waren gelegentliche Ausflüge dorthin nicht unüblich, wir saßen viele Wochenenden lange im Gras und haben einem Windenstart nach dem anderen zugesehen- logisch dass irgendwann der Gedanke aufkam, selbst mit der Segelflugausbildung zu beginnen.

Nachdem ich mein Abitur hinter mich gebracht habe, war es endlich soweit: 2014 habe ich mit 18 Jahren meinen ersten Schulstart in unserer ASK 13 gemacht. Ich war hin und weg. Noch in derselben Saison konnte ich mich frei fliegen und investierte viel Zeit in die Schulung, sodass ich bereits 2015 meine Lizenzprüfung absolvieren konnte.

Bei unserem jährlichen Regionalwettbewerb, einem freundschaftlichen Vergleichsfliegen habe ich bereits während der Ausbildung erste Überlandflugerfahrungen im Doppelsitzer sammeln können. Zu Lernen gab es für mich aber trotzdem noch viel, wie meine Versuche zum ersten alleinigen Überlandflug, dem 50km-Flug während der Segelflugausbildung zeigten. Drei Anläufe waren nötig, dafür habe ich aber viel Erfahrung für Außenlandungen davon mitnehmen können.

Ich verdanke einigen Freunden aus dem Verein einen guten Einstieg in die Streckenfliegerei. Schon mein neunter Flug als Lizenzinhaber war mein erster Streckenflug. Ein Freund nahm mich im Teamflug mit und zeigte mir, worauf es ankam. Es wurden 290 km mit unserem Astir CS.

Seitdem habe ich mich immer an neue Aufgaben gewagt und bin viele Dreiecke erfolgreich geflogen. 2016 nahm ich dann am Streckenfluglehrgang in Celle teil, bei dem ich über 2 Wochen viel Fliegen eine Menge Neues dazu lernen konnte.

2019 versuchte ich mich an der Junioren Qualifikationsmeisterschaft in Leverkusen. Das Wettbewerbsergebnis war eher mäßig erfolgreich, doch der Nährwert war für mich riesig. Ich habe viel über die Wettbewerbsfliegerei und über meine persönlichen Stärken und Schwächen gelernt. Umso passender kam die Nachricht dann, dass ich mich für den niedersächsischen D-Kader qualifiziert habe. Ich denke, ich kann hier sehr viel dazu lernen und meine fliegerischen Fähigkeiten noch weiter ausbauen, sodass in Zukunft der ein oder andere Wettbewerb für mich dann doch noch mal erfolgreicher ausfallen wird.

Nichts desto trotz ist mir neben dem wettbewerbs-technischen Aspekt einfach die Fliegerei an sich sehr wichtig. Ich bin ein Genießer beim Fliegen. Man erlebt so viele schöne Momente und ich bin einfach stolz drauf, so eng mit der Natur verbunden zu sein und „zusammenzuarbeiten“. Fliegen ist nun mal einfach das schönste Hobby der Welt.

Text: Björn Knauff
Foto: Björn Knauff

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