Mein Portrait – Marlon Lönnecker

Ich komme aus keiner Fliegerfamilie, dennoch bin ich etwas umständlich aufs Segelfliegen aufmerksam geworden. Bei einem Besuch des Flugplatzrestaurants wurde der Plan geschmiedet Pilot zu werden. Durch sporadische Rundflüge wurde die Zeit bis zum Beginn der Schulung überbrückt. Mit 13 Jahren beantragten meine Eltern eine Sondergenehmigung zum vorzeitigen Beginn meiner Segelflugausbildung, somit konnte die Ausbildung bei der LSG Bad Pyrmont – Lügde e.V. beginnen.
Am frühestmöglichen Termin, nämlich an meinem 14. Geburtstag, absolvierte ich meinen 1. Alleinflug. Die Zeit bis zum Lizenzerhalt nutzte ich um die Flugplatzumgebung kennenzulernen, dabei merkte ich schnell, dass ich es viel interessanter fand auf Strecke zu sein als in Platznähe zufliegen. Um diesem Interesse als Flugschüler nachzukommen flog ich gerne gemeinsam mit Lizenzpiloten im Doppelsitzer, in dieser Konstellation war es möglich den Platzbereich zu verlassen. Mit 16 Jahren absolvierte ich erfolgreich meine Lizenzprüfung.
Im darauffolgenden Jahr flog ich für unsere Vereinsverhältnisse viele Kilometer in kleinen Flügen, dabei fiel mir aber auf, dass ich mich nie so wirklich weit weg traute, sondern während dieser Flüge immer wieder in die sichere Flugplatznähe zurückkehrte. Dieses Problem konnte erst im nächsten Jahr durch meinen Segelflugreferenten gelöst werden, er stellte mir ein 300er FAI Dreieck um den Luftraum von Hannover herum. Dies war mein 1. angemeldetes FAI und durch den Luftraum in der Mitte des Dreiecks war es mir nicht mehr möglich die Strecke vorzeitig abzubrechen, um zurück zum Platz zu fliegen. Dies war ein weiterer Schlüsselmoment und somit entschloss ich mich in Zukunft angemeldete Strecken für die DMSt zu fliegen.
Bald bemerkte ich, dass es noch weitere Wege geben muss, um Wissen zu erlangen, außer das Selbststudium und den Lagerfeuergesprächen aus vergangenen Zeiten zu lauschen, somit meldete ich mich mit 18 Jahren für einen Streckenfluglehrgang des Landesverbandes an. In diesen Lehrgängen wurden mir das nötige Handwerkzeug und die Gelegenheit geboten, mein Wissen anzuwenden. Diese wurden Teil meiner jährlichen Saisonplanung, hinzu kamen diverse kleinere Wettbewerbe und Vergleichsfliegen. Durch einen Sieg in der DMSt qualifizierte ich mich für die Aufnahme im D-Kader Niedersachsen. Die Mail des Landestrainers fühlte sich an wie eine Art „Ritterschlag“.
Im Jahr 2017, also mit 20 Jahren, startete ich in meine 1. Saison im D-Kader.
Ich war begeistert von den neuen Eindrücken, der neuen Umgebung, der sehr ansteckenden Gruppendynamik, obwohl wir aus so unterschiedlichen Vereinen kommen. Für die Saison 2018 erfüllte ich mir dann meinen Traum und stieg mit eigenem Fluggerät in die Standartklasse um und plante meinen 1. großen Qualiwettbewerb. Bei der Planung vollkommen vergessen hatte ich das Studieren der Teilnehmerliste, sodass ich dann vor Ort unerwartet auf viele bekannte Gesichter traf und kurzerhand ein „Camp Niedersachsen“ gegründet wurde. In so familiärer Atmosphäre flog es sich sehr entspannt, so erreichte ich eine Platzierung im Mittelfeld, die mich absolut zufrieden auf die neuen Bedingungen stimmte.
Mit der Juniorenqualifikationsmeisterschaft in Aalen flog ich meinen bislang bedeutendsten Wettbewerb mit zufriedenstellenden Ergebnissen, nur das Wetter war leider nicht zufriedenstellend, ein Phänomen das mir in den vergangen Jahren mehr und mehr ein Strich durch die Rechnung machte.
Nun qualifiziert für 2 weitere Jahre im D-Kader und hoffentlich bald qualifiziert für die Deutschen Meisterschaften der Junioren blicke ich in die kommende Saison 2020 und freue mich auf das was mich erwartet.

Text: Marlon Lönnecker
Bild: Marlon Lönnecker

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